Kinder Apps, Empfehlung Verbraucherschützer fordern Nachbesserung bei Kinder-Apps

Der Verbraucherzentralen Bundesverband vzbv hat in einer Studie über Kinder-Apps einen erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den Programmen erkannt. Der Verband hat 32 kostenlose Kinder-Apps getestet und dabei festgestellt, dass die Apps mit nicht kindgerechter Werbung überfrachtet seien, zu Mehrkosten verleiten würden und unklare AGB hätten. Bei neun Themenfeldern fordert der vzbv daher Nachbesserungen und klare Regelungen für Anbieter.

Apps immer wichtiger - auch für Kinder

Allein in Deutschland werden 2013 voraussichtlich rund 28 Millionen Smartphones verkauft. 1,7 Milliarden Apps wurden 2012 heruntergeladen, um über das Gerät Informationen abzurufen, Spiele zu spielen oder Anwendungen zu nutzen. Spezielle Kinder-Apps richten sich an Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. Der Verbraucherzentralen Bundesverband kommt bei seiner Studie von 32 ausgewählten Spiele-Apps für Kinder zu dem Ergebnis, dass diese Anwendungen nicht immer kindgerecht gestaltet sind. Ein Hauptaugenmerk bei der Untersuchung lag auf eingebundener Werbung, Kaufaufforderungen wie sogenannte In-App-Käufe, der Berücksichtigung des Jugendschutzes und auf den Nutzungsbedingungen. Der vzbv hat im Zuge der Studie sogar gegen drei Anbieter Unterlassungsverfahren eingeleitet, weil deren Spiele-Apps den rechtlichen Vorgaben nicht entsprachen.

In-App-Käufe werden schnell teuer

Die Verbraucherschützer haben insbesondere mit Werbung und In-App-Käufen zwei Punkte ausgemacht, wo Anbieter nach Meinung der Experten zur raschen Nachbesserung aufgefordert sind. Denn Kinder können häufig die Werbung vom normalen Spiel nicht unterscheiden oder werden animiert durch Geld bestimmte Funktionen freizuschalten oder Wartezeiten zu reduzieren. Da die Kinder ihrem Spieltrieb folgen möchten und mit den Rahmenbedingungen dieser Spiele-Apps nicht so souverän umgehen können wie Erwachsene, entstehen so möglicherweise schnell unkontrolliert Kosten, die sich zu erheblichen Summen addieren können.

Obwohl Kinder-Apps kostenlos angeboten werden, sind sie nicht immer umsonst. Denn auch ein Anbieter bzw. Entwickler möchte Geld verdienen. Auch andere Punkte wie die Werbung monierten die Verbraucherschützer. Bei Kinder-Apps wurde der Studie zufolge unter anderem Werbung für Flirtchats oder Online-Casinos gezeigt. Dazu sieht der vzbv die Verknüpfung mit Social-Media-Anwendungen kritisch, da hier u. a. Daten von Kindern verbreitet werden. Eltern sollten daher grundsätzlich darauf achten, dass installierte Kinder-Apps auch wirklich kindgerecht sind. Da dies nicht immer ohne intensive Beschäftigung mit den Apps möglich ist, fordert der vzbv in mehreren Feldern Nachbesserung durch die Anbieter.

Forderung nach klaren Spielregeln für Anbieter von Kinder-Apps

Der vzbv fordert fordert klare Regeln für die Anbieter von Kinder-Apps. Diese dürften den kindlichen Spieltrieb nicht manipulieren oder finanziell ausnutzen, heißt es vom Bundesverband. Folgende Problemfelder hat der vzbv ausgemacht, bei denen die Anbieter stärker an eine kindgerechte Umsetzung der Apps arbeiten müssen: die Werbung mit (nur scheinbar) kostenlosen Apps, die In-App-Käufe, Wartezeiten in Spielen, Kaufaufforderungen und Sonderangebote, das Freischalten uneingeschränkter Versionen, die Auswahl von Bezahlmöglichkeiten, die eingebundene Werbung, die Vernetzung mit externen Social-Media-Tools sowie die AGB und Anbieterkennung. Nach den Ergebnissen de Studie sind kostenlose Kinder-Apps beim Spielen weder immer umsonst, noch unbedingt kindgerecht.

Die Eltern sind gefordert

Genau wie der Computer sollte auch das Smartphone den Kindern nicht einfach so überlassen werden. Erste Schritte im Internet sollten gemeinsam unternommen werden und dann müssen klare Regeln über weitere Schritte gelten. Bei der weiteren Nutzung sollten die Eltern immer wieder ihrem Nachwuchs über die Schulter schauen und im Zweifel lieber einmal mehr die Nutzung einschränken. Bei Smartphone Apps ist für die Eltern ein Blick auf kostenpflichtige Angebote lohnenswert, die zum Beispiel auf Werbung und animierende Möglichkeiten für In-App-Käufe verzichten.

Apps für Kinder - Empfehlung

  • Frag Finn: Die kindgerechte Suchmaschine Frag Finn bietet eine kostenlose App für Android und iOS an. Damit werden nur Seiten zugelassen, die Medienpädagogen vorher geprüft haben.
  • Meine Startseite: Diese App öffnet nur Webseiten, die für Kinder unter 12 Jahren geeignet sind. Ebenso alle Seiten der Kindersuchmaschinen Blinde Kuh und Frag Finn.
  • Kids Place: Die App Kids Place lässt wiederum nur Apps zu, die vorher von den Eltern genehmigt worden sind. Als Zusatzfunktion lässt sich einstellen, wie lange Kinder das Smartphone verwenden dürfen.